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Einleitung
Der Dreame L10s Ultra Gen 3 und der Roborock Qrevo Edge 2 sind zwei High-End-Saugroboter, die mit nur etwa sechs Monaten Abstand auf den Markt kamen. Der Dreame erschien im November 2025, während der Roborock im Mai 2026 vorgestellt wurde. Beide sind vollständige Systeme mit Multifunktionsstation, die nicht nur saugen, sondern auch wischen, ihre Mopps selbst reinigen und den Staubbehälter automatisch entleeren. Beide bieten 25.000 Pa Saugleistung und einen 5.200-mAh-Akku, unterscheiden sich jedoch deutlich bei ihrer technischen Ausrichtung und der Art, wie die Reinigung umgesetzt wird.
Das Dreame-Modell setzt auf ein Selbstreinigungssystem der dritten Generation und größere Tankkapazitäten, während der Roborock Qrevo Edge 2 fortschrittliche künstliche Intelligenz mit Kamera, die Erkennung von bis zu 280 Hindernissen und ein kompakteres Design bietet. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Einsatzprofile, die genauer betrachtet werden sollten.
Saugleistung und Staubsaugen
Beide Modelle erreichen eine Saugleistung von 25.000 Pa und liefern damit sowohl auf Hartböden als auch auf mittelhohen Teppichen eine starke Reinigungsleistung. Der eigentliche Unterschied liegt im Bürstensystem.
Der Roborock Qrevo Edge 2 verwendet das DuoDivide-Anti-Tangle-System, das Haare zur Mitte führt, damit sie leichter eingesaugt werden und sich weniger um die Bürste wickeln. Das ist besonders in Haushalten mit Haustieren oder langhaarigen Personen praktisch. Auch die Seitenbürste verfügt über Anti-Tangle-Technologie, die beim Dreame fehlt. Die Hauptbürste des Qrevo Edge 2 wird beim Wischen angehoben, sodass bereits aufgesaugte Haare nicht wieder auf den feuchten Boden gelangen.
Der Dreame L10s Ultra Gen 3 verwendet eine klassische Einzelbürste ohne spezielle Anti-Tangle-Eigenschaften. In Haushalten mit Haustieren kann dadurch etwas mehr manuelle Wartung erforderlich sein. Die Seitenbürste ist allerdings bei beiden Modellen ausfahrbar und verbessert die Reinigung von Ecken.
In der Praxis bietet der Roborock klare Vorteile für Nutzer, die den Wartungsaufwand der Hauptbürste reduzieren möchten.
Wischen
Beim Wischen werden die Unterschiede deutlicher. Beide Roboter verwenden zwei rotierende Mopps und bieten eine seitliche Verlängerung für Kanten. Beim Dreame kommt zusätzlich RoboSwing zum Einsatz, wodurch der Mopp mit einer oszillierenden Bewegung leicht unter Möbel und Vorsprünge geführt wird.
Der Roborock Qrevo Edge 2 hebt seine Mopps um bis zu 12 mm an, während der Dreame 10,5 mm erreicht. Noch wichtiger ist, dass der Roborock mit warmem Wasser wischt und seine Mopps in der Station mit heißem Wasser reinigt. Dadurch lassen sich Fett und hartnäckige Flecken besser lösen. Der Dreame verwendet sowohl beim Wischen als auch bei der Moppwäsche kaltes Wasser.
Der Qrevo Edge 2 erkennt Verschmutzungen sowohl an den Mopps als auch auf dem Boden, passt die Wischintensität automatisch an und reinigt besonders schmutzige Stellen erneut. Zusätzlich kann er die Mopps automatisch in der Station ablegen, wenn ausschließlich gesaugt werden soll. Der Dreame bietet diese Funktionen nicht.
Der L10s Ultra Gen 3 gleicht dies teilweise durch einen integrierten Reinigungsmitteltank in der Station aus, der bei der Moppwäsche automatisch Reinigungsmittel dosiert. Der Roborock besitzt keinen solchen Tank, wobei die Heißwasserwäsche in vielen Situationen effektiver sein kann.
Navigationssystem
Bei der Navigation unterscheiden sich die beiden Saugroboter besonders stark. Der Roborock Qrevo Edge 2 verwendet ein einfahrbares LiDAR-System in Kombination mit einer KI-Kamera, einem frontseitigen 3D-Lasersensor und einer LED für die Nachtsicht. Er erkennt bis zu 280 verschiedene Hindernisse, identifiziert Vorhänge, erkennt Flecken mithilfe von KI und ermöglicht über das Smartphone einen Fernzugriff auf die Kamera. SmartPlan 3.0 optimiert Routen und Reinigungsstrategien anhand der erkannten Verschmutzung.
Der Dreame L10s Ultra Gen 3 verwendet einen klassischen 3D-LiDAR-Turm mit frontseitigem 3D-Lasersensor, besitzt aber keine Kamera. Er erkennt Haustiere und umgeht grundlegende Hindernisse. Das CleanGenius-System bringt ebenfalls intelligente Funktionen mit, erreicht jedoch nicht denselben Detailgrad wie der Roborock. Fernzugriff auf eine Kamera oder eine Nacht-LED fehlen entsprechend.
Für Haushalte mit vielen Gegenständen auf dem Boden, Kabeln, Spielzeug oder neugierigen Haustieren bietet der Roborock mehr Präzision und Anpassungsfähigkeit. In aufgeräumteren Wohnungen arbeitet der Dreame ebenfalls zuverlässig.
Akkulaufzeit und Akku
Obwohl beide Modelle einen 5.200-mAh-Akku verwenden, erreicht der Dreame L10s Ultra Gen 3 231 Minuten Laufzeit gegenüber 188 Minuten beim Roborock Qrevo Edge 2. Der Unterschied von knapp 45 Minuten könnte unter anderem mit dem höheren Energieverbrauch der KI- und Kamerafunktionen des Roborock sowie der Nutzung von warmem Wasser zusammenhängen.
In großen Wohnungen kann die zusätzliche Laufzeit des Dreame darüber entscheiden, ob die Reinigung in einem Durchgang abgeschlossen wird oder eine Zwischenladung erforderlich ist. In kleinen und mittelgroßen Wohnungen bieten beide Modelle mehr als ausreichend Akkulaufzeit.
Intelligente Funktionen
Beide Roboter überwinden Hindernisse bis 20 mm und kommen damit über die meisten Türschwellen und dickeren Teppiche. Keines der beiden Modelle besitzt einen Roboterarm.
Der Roborock Qrevo Edge 2 verfügt über einen integrierten eigenen Sprachassistenten und unterstützt zusätzlich Alexa und Google Home. Der Dreame arbeitet ausschließlich mit externen Sprachassistenten. Das kann praktisch sein, wenn du direkt mit dem Roboter sprechen möchtest, ohne auf Drittanbieter-Geräte zurückzugreifen.
Multifunktionale Reinigungsstation
Beide Stationen entleeren automatisch den Staubbehälter, waschen die Mopps und trocknen sie mit warmer Luft. Die Unterschiede liegen im Detail.
Der Dreame L10s Ultra Gen 3 bietet eine selbstreinigende Waschschale der dritten Generation, während Roborock Version 2.0 verwendet. Der Dreame besitzt außerdem größere Kapazitäten: 3,2 Liter beim Staubbeutel gegenüber 2,7 Litern, 4,5 Liter Frischwasser gegenüber 4 Litern und 4 Liter Schmutzwasser gegenüber 3,5 Litern. Zusätzlich besitzt er einen Reinigungsmitteltank und unterstützt ein separat erhältliches Kit zum direkten Wasseranschluss.
Der Roborock wäscht die Mopps mit heißem Wasser und gleicht dadurch seine kleineren Tankkapazitäten teilweise durch eine intensivere Reinigung aus. Wer möglichst selten Wasser nachfüllen möchte, ist mit dem Dreame besser bedient. Wer besonders gründliche Moppwäsche priorisiert, profitiert eher vom Roborock.
Abmessungen
Der Roborock Qrevo Edge 2 ist mit 79,8 mm deutlich flacher als der Dreame L10s Ultra Gen 3 mit 97 mm. Dadurch gelangt er leichter unter niedrige Möbel. Bei Sofas oder Betten mit geringer Bodenfreiheit kann dieser Unterschied entscheidend sein.
Beim Durchmesser gibt es kaum Unterschiede: 352 mm beim Roborock gegenüber 350 mm beim Dreame. Auch das Gewicht unterscheidet sich nur geringfügig.
Die Stationen sind beide 340 mm breit. Der Dreame ist mit 590 mm höher als der Roborock mit 521 mm, dafür mit 457 mm weniger tief als die 487 mm des Roborock. Vor dem Kauf sollte daher der verfügbare Stellplatz ausgemessen werden.
Praxiserfahrung
In großen Haushalten bietet der Dreame L10s Ultra Gen 3 dank längerer Laufzeit und größerer Tanks weniger Unterbrechungen. Der Reinigungsmitteltank erhöht den Komfort, wenn die Station das Reinigungsmittel automatisch dosieren soll. Das optionale Wasseranschluss-Kit kann für Nutzer interessant sein, die möglichst viel automatisieren möchten.
Für Haushalte mit Haustieren ist der Roborock Qrevo Edge 2 durch die DuoDivide-Anti-Tangle-Bürste und die ebenfalls verhedderungsarme Seitenbürste besonders praktisch. Dadurch sinkt der Wartungsaufwand spürbar. Die KI-Kamera und die Erkennung von bis zu 280 Hindernissen bieten zusätzliche Sicherheit bei Spielzeug, Kabeln oder Vorhängen.
Beim Wischen bietet der Roborock Vorteile durch warmes Wasser, Heißwasser-Moppwäsche und die automatische Schmutzerkennung, die die Wischintensität anpasst. Auch die automatische Moppablage erhöht den Komfort.
Der Dreame eignet sich besonders für Haushalte, in denen die Bauhöhe des Roboters weniger wichtig ist und dafür größere Tanks und längere Laufzeit priorisiert werden. Seine 97 mm begrenzen den Zugang unter manchen Möbeln, während der Roborock mit 79,8 mm auch deutlich niedrigere Bereiche erreicht.
Fazit: Welches Modell solltest du wählen?
Wähle den Dreame L10s Ultra Gen 3, wenn: du in einem großen Haus wohnst und die Laufzeit von 231 Minuten wichtig findest. Du möchtest größere Tanks, um seltener Wasser nachzufüllen oder zu entleeren. Ein integrierter Reinigungsmitteltank und das optionale Wasseranschluss-Kit sind für dich interessant. Du benötigst keine Kamera oder besonders fortschrittliche KI-Funktionen und deine Möbel bieten ausreichend Platz für einen 97 mm hohen Roboter.
Wähle den Roborock Qrevo Edge 2, wenn: du Haustiere oder lange Haare im Haushalt hast und Haarverwicklungen an den Bürsten reduzieren möchtest. Du legst Wert auf möglichst gute Wischleistung mit warmem Wasser, Heißwasser-Moppwäsche und intelligenter Schmutzerkennung. Eine fortschrittliche Navigation mit KI-Kamera, Erkennung von 280 Hindernissen, Fernzugriff und Nacht-LED ist dir wichtig. Du brauchst einen besonders flachen Roboter, der mit 79,8 mm auch unter niedrige Möbel passt. Außerdem möchtest du, dass die Mopps beim reinen Saugen automatisch in der Station abgelegt werden.
Für ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis mit langer Akkulaufzeit ist der Dreame eine gute Wahl. Für maximale Intelligenz, bessere Wischleistung und weniger Wartungsaufwand kann der Roborock den höheren Preis rechtfertigen.