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Einleitung
Wir haben es mit zwei Saugrobotern mit Multifunktionsstation aus dem Jahr 2025 zu tun, die vom selben Hersteller stammen, aber unterschiedliche Markenstrategien verfolgen. Der Dreame L10s Ultra Gen 3 kam im November 2025 auf den Markt, während der Mova P50 Ultra im selben Jahr als Modell der Zweitmarke von Dreame erschien. Beide Geräte richten sich an Haushalte, die eine möglichst vollständige Automatisierung wünschen: Saugen, Wischen mit automatisch gewaschenen und getrockneten Mopps sowie minimaler Wartungsaufwand dank großzügiger Behälter.
Die Unterschiede zwischen diesen Modellen fallen auf den ersten Blick kaum auf, doch es gibt technische Details, die je nach Haushalt den Ausschlag geben können. Dazu gehören Saugleistung, Temperatur des Waschwassers, Bürstenanhebung oder die Abmessungen der Station. Genau solche Details prägen die tatsächliche Nutzung im Alltag.
Saugleistung und Staubaufnahme
Der deutlichste Unterschied in diesem Saugroboter-Vergleich liegt bei der Saugleistung. Der Dreame L10s Ultra Gen 3 erreicht mit seinem Vormax-System 25.000 Pa, während der Mova P50 Ultra auf 19.000 Pa Turbo kommt. Der Unterschied von 6.000 Pa kann sich insbesondere auf mittel- oder langflorigen Teppichen bemerkbar machen, wo eine hohe Leistung beim Entfernen tief sitzender Verschmutzungen besonders wichtig ist.
Beide verwenden eine Hauptbürste aus Silikon, die Haarverwicklungen reduziert, und ermöglichen die Verwendung von Anti-Tangle-Varianten. Der Mova P50 Ultra bietet jedoch einen praktischen Vorteil: Seine Hauptbürste wird während des Wischens angehoben. Dadurch zieht die Bürste keine feuchten Verschmutzungen über den frisch gewischten Boden, was besonders in Haushalten praktisch ist, in denen häufig zwischen Saugen und Wischen gewechselt wird.
Bei der Seitenbürste verfügen beide Modelle über eine Ausfahrfunktion, um Ecken besser zu erreichen. Der Unterschied liegt darin, dass der Mova P50 Ultra seine Seitenbürste während des Wischens zusätzlich anhebt und eine Anti-Tangle-Ausführung bietet, was beim Dreame nicht vorhanden ist. In Haushalten mit langhaarigen Haustieren kann das weniger manuelle Wartung bedeuten.
Wischfunktion
Beide Saugroboter verwenden zwei rotierende Mopps, die sich dank RoboSwing-Technologie mit Extension 3.0 zu den Rändern hin ausfahren. Beide heben die Mopps um 10,5 mm an, was ausreicht, um dünne Teppiche zu überfahren, ohne sie zu befeuchten. Auch die Trocknung ist identisch: 45°C warme Luft zur Vermeidung unangenehmer Gerüche.
Der entscheidende Unterschied liegt bei der Moppwäsche. Der Dreame L10s Ultra Gen 3 wäscht mit kaltem Wasser, während der Mova P50 Ultra 75°C heißes Wasser verwendet. In der Praxis löst heißes Wasser Fett und anhaftende Verschmutzungen besser und kann mehr Bakterien reduzieren. Dadurch sind die Mopps hygienischer und das Wischergebnis in Küchen oder Bereichen mit klebrigen Verschmutzungen effektiver.
Keines der beiden Modelle kann die Mopps automatisch in der Station ablegen, wenn ausschließlich gesaugt werden soll. Auch eine Verschmutzungserkennung an Mopps oder Boden zur automatischen Anpassung der Reinigung ist nicht vorhanden. Diese Funktionen finden sich eher in höher positionierten Modellen.
Navigationssystem
Beide Geräte besitzen einen LiDAR-3.0-Turm und einen frontseitigen 3D-Lasersensor zur Hindernisvermeidung. Eine Kamera mit künstlicher Intelligenz ist nicht vorhanden, allerdings nutzen beide CleanGenius-Systeme für eine intelligente Reinigung, bei der Parameter an die erkannte Verschmutzung angepasst werden.
Der Dreame L10s Ultra Gen 3 erkennt Haustiere und kann seine Reinigungsrouten anpassen, wenn sich Tiere bewegen. Der Mova P50 Ultra erkennt dagegen Vorhänge und passt sein Verhalten an, damit er sich nicht darin verfängt. Damit verfolgen beide unterschiedliche Ansätze: Der Dreame richtet sich stärker an Haushalte mit Hunden oder Katzen, während der Mova Vorteile bei langen Textilien bietet.
Keines der beiden Modelle bietet Fernzugriff auf eine Kamera oder LED-Nachtsicht. Diese Funktionen bleiben Saugrobotern mit integrierter Frontkamera vorbehalten.
Akkulaufzeit und Batterie
Die Akkukapazität ist identisch: Beide Modelle besitzen 5.200 mAh. Für den Dreame L10s Ultra Gen 3 werden 231 Minuten Laufzeit angegeben, während der Mova P50 Ultra hierzu keine konkrete Angabe macht. Mit dieser Laufzeit kann das Dreame-Modell Wohnungen bis etwa 250 Quadratmeter in einem Durchgang reinigen, sofern keine besonders komplexen Bereiche häufig erneut bearbeitet werden müssen.
Dass für den Mova keine Laufzeit angegeben wird, bedeutet nicht automatisch, dass sie geringer ist. Der Hersteller hat lediglich keinen konkreten Wert veröffentlicht. Bei identischer Akkukapazität und ähnlicher Ausstattung sind vergleichbare Ergebnisse grundsätzlich plausibel.
Intelligente Funktionen
Der Mova P50 Ultra kann Hindernisse bis 22 mm überwinden, während der Dreame L10s Ultra Gen 3 20 mm erreicht. Zwei Millimeter wirken gering, können aber den Unterschied ausmachen, ob eine dicke Teppichkante oder eine höhere Bodenschwelle problemlos überwunden wird. In Wohnungen mit vielen Übergängen oder hochflorigen Teppichen ist der Mova daher etwas flexibler.
Keines der beiden Modelle besitzt einen Roboterarm oder einen eigenen Sprachassistenten. Solche Funktionen finden zunehmend Einzug in Premium-Saugroboter, sind in dieser Preisklasse jedoch noch nicht weit verbreitet.
Multifunktions-Reinigungsstation
Die Stationen beider Modelle besitzen serienmäßig eine Selbstreinigung der Waschschale der dritten Generation. Beim Dreame L10s Ultra Gen 3 wird ein weiterentwickeltes System innerhalb dieser Generation angegeben, ohne dass genauer erläutert wird, worin die Verbesserung besteht.
Beim Dreame L10s Ultra Gen 3 ist der Reinigungsmitteltank serienmäßig enthalten, während er beim Mova P50 Ultra optional ist. Beim Dreame kann Reinigungsmittel daher direkt ab dem ersten Tag genutzt werden, während beim Mova zusätzliches Zubehör erforderlich ist. Es handelt sich nicht um einen entscheidenden Unterschied, aber um mögliche Zusatzkosten.
Für den Dreame L10s Ultra Gen 3 ist ein Wasseranschlusskit erhältlich, mit dem Frischwasserzufuhr und Schmutzwasserentleerung durch direkten Anschluss der Station automatisiert werden können. Für den Mova P50 Ultra wird diese Möglichkeit auch nicht als optionales Zubehör angeboten. Für Nutzer, die die Wartung der Wassertanks vollständig automatisieren möchten, ist dies ein klarer Vorteil des Dreame.
Der Staubbeutel fasst bei beiden Modellen 3,2 Liter und reicht damit für mehrere Wochen. Beim Frischwasser bietet der Dreame 4,5 Liter gegenüber 4 Litern beim Mova; beim Schmutzwasser sind es 4 Liter beim Dreame und 3,5 Liter beim Mova. Diese kleinen Unterschiede wirken sich im Alltag nur geringfügig auf die Wartungsintervalle aus.
Abmessungen
Die Roboter selbst sind identisch groß: 350 mm Durchmesser und 97 mm Höhe. Damit können beide unter die meisten Sofas und Betten mit mindestens 10 cm Bodenfreiheit fahren.
Die Stationen haben dagegen unterschiedliche Proportionen. Die Station des Dreame L10s Ultra Gen 3 ist 340 mm breit, 590 mm hoch und 457 mm tief. Die Station des Mova P50 Ultra ist breiter mit 420 mm, aber niedriger mit 470 mm und mit 458 mm praktisch gleich tief. Unter niedrigen Regalen oder Möbeln lässt sich die Mova-Station leichter platzieren. Bei einem schmalen Stellplatz ist dagegen die Dreame-Station im Vorteil.
Erfahrung im täglichen Gebrauch
Für große Wohnungen bietet der Dreame L10s Ultra Gen 3 klare Vorteile: höhere Saugleistung, eine angegebene Laufzeit von fast vier Stunden und die Möglichkeit eines direkten Wasseranschlusses, wodurch die manuelle Wasserwartung entfällt. In Häusern mit mehr als 150 Quadratmetern, Teppichen oder Haustieren sorgen die zusätzliche Leistung und dokumentierte Laufzeit für mehr Reserven.
Der Mova P50 Ultra punktet vor allem bei Hygiene und mechanischer Flexibilität: Moppwäsche mit 75°C heißem Wasser, Anhebung der Bürsten während des Wischens und eine Hindernisüberwindung von 22 mm. In Haushalten mit kleinen Kindern, in denen hygienisches Wischen besonders wichtig ist, oder bei vielen dicken Teppichen und höheren Übergängen kann der Mova die passendere Wahl sein.
Beide Modelle eignen sich dank ihrer Silikonbürsten für Haushalte mit Haustieren. Der Dreame bietet zusätzlich eine spezifische Haustiererkennung, während der Mova eine Anti-Tangle-Seitenbürste besitzt. Mit Hunden oder Katzen funktionieren beide gut, allerdings kann der Mova bei langen Tierhaaren weniger manuelle Reinigung der Seitenbürste erfordern.
Fazit: Welchen wählen?
Wähle den Dreame L10s Ultra Gen 3, wenn du eine große Wohnung mit mehr als 150 m² hast, maximale Saugleistung für Teppiche oder Tierhaare suchst, die dokumentierte Laufzeit von fast vier Stunden wichtig findest, einen serienmäßigen Reinigungsmitteltank möchtest oder ein Wasseranschlusskit für maximale Automatisierung installieren willst. Er eignet sich außerdem besser, wenn der Stellplatz für die Station schmal ist.
Wähle den Mova P50 Ultra, wenn dir hygienisches Wischen besonders wichtig ist und du die Moppwäsche mit 75°C heißem Wasser bevorzugst, in einem Haushalt mit dicken Teppichen oder vielen Höhenunterschieden lebst und die Hindernisüberwindung von 22 mm benötigst, möchtest, dass die Bürsten während des Wischens angehoben werden, oder die hohe Dreame-Station bei dir nicht gut untergebracht werden kann. Die Anti-Tangle-Seitenbürste reduziert außerdem den Wartungsaufwand bei langhaarigen Haustieren.
Insgesamt handelt es sich um zwei sehr ausgewogene Modelle aus derselben technologischen Familie. Der Dreame setzt stärker auf hohe Saugleistung und zusätzliche Automatisierungsoptionen, der Mova auf verfeinertes Wischen und mechanische Anpassungsfähigkeit. Die Wahl hängt davon ab, ob dir Saugkraft und Laufzeit oder Hygiene und Flexibilität im Alltag wichtiger sind.